Fetakäse
Fetakäse

Fetakäse

Gaumenfreude aus Griechenland

Feta ist ein griechischer in Salzlake gereifter weißer Käse, der aus Schaf- und/oder Ziegenmilch hergestellt wird. Zur Herstellung wird geronnene Milch in Scheiben geschnitten und mit Salz und Molke luftdicht eingelegt. Während der Reifung in der Salzlake wird dem Fetakäse im Inneren Feuchtigkeit entzogen. Je nach Reifedauer entsteht somit ein krümelig-weicher bis halbfester Käse.

Göttergeschenk aus Griechenland

Glaubt man der griechischen Mythologie, ist Feta ein Geschenk des Gottes Aristaios an die Menschen. Er zeigte ihnen, wie man Käse herstellt. Tatsächlich wird Schaf- und Ziegenmilch in Griechenland bereits seit Jahrtausenden genutzt und auch Fetakäse hat eine lange Tradition.

Unter dem Namen „fetta“, dem italienischen Wort für Scheibe, tauchte er erstmals 1494 in einem Reisebericht eines Italieners auf. Dieser hatte in der griechischen Hafenstadt Chania Holzfässer mit den in Salzlake eingelegten Käsescheiben entdeckt, unter den Einheimischen als Prosfatos bekannt. Erst im 17. Jahrhundert übernahmen die Griechen die Bezeichnung „Feta“ in ihre Landessprache.

Hierzulande wurde Fetakäse erst vor rund 50 Jahren populär – den Gastarbeitern sei Dank – und ist aus unserer heimischen Küche kaum mehr wegzudenken. Inzwischen hat der beliebte Weißkäse sogar weltweit zahlreiche Ableger gefunden. Aber aufgepasst: Oft ist das, was wir für Feta halten, gar kein Feta.

 

Feta: Ein Stück Griechenland
Feta: Ein Stück Griechenland

„Feta“ ist ein durch eine EU-Verordnung geschützter Begriff. Das bedeutet: Nur Weißkäse aus Schafs- und/oder Ziegenmilch, der vom griechischen Festland oder den Inseln der ehemaligen Präfektur Lesbos stammt, darf diesen Namen tragen.

Feta ist  ein Ergebnis sehr spezifischer natürlicher und menschlicher Einflüsse, die dem Endprodukt seine Besonderheit verliehen. Die karge griechische Weidegebiet-Flora hat dazu geführt, dass die Milch für original Feta nur von bestimmten, an die klimatischen Gegebenheiten angepassten Schaf- und Ziegenrassen stammt, die sehr genügsam sind und mit der begrenzten Futtermenge auskommen. Dies verleiht letztlich dem Fetakäse seinen besonderen Geschmack und Geruch, ebenso wie das traditionelle Herstellungsverfahren mit dem druckfreien Entwässerungsverfahren.

Schon gewusst...

In Homers (8. Jh. v. Chr.) Odyssee stellt der Zyklop Polyphem einen Käse her, bei dem es sich um Feta handeln dürfte.

Ist Fetakäse in der Schwangerschaft erlaubt?

Ob Schwangere Fetakäse essen dürfen oder nicht, hängt davon vor allem ab, ob er aus pasteurisierter Milch oder Rohmilch hergestellt wurde. Käse aus Rohmilch ist für schwangere Frauen generell tabu, denn er birgt das Risiko von einer Infektion mit Listerien. Die sogenannte Listeriose kann sich unbemerkt auf das Ungeborene übertragen und lebensgefährlich werden. Hierzulande muss Rohmilch als Zutat auf Produkten ausgewiesen sein, daher bietet das Etikett eine zuverlässige Orientierung.

In der Regel wird Feta aus pasteurisierter Milch hergestellt, kann in der Schwangerschaft also bedenkenlos auf den Tisch kommen. Er sollte allerdings aus Vakuumverpackungen stammen und nach dem Öffnen schnell verbraucht werden. Generell gilt: Feta sollte auch zu Hause am besten in Salzlake und im Kühlschrank aufbewahrt oder in Olivenöl konserviert werden.

Vorsicht ist bei offen gelagertem Feta geboten, denn der kann die Ausbreitung von Erregern, auch Listerien, fördern. Auf Feta aus Feinkostabteilungen, Frischetheken und Restaurants sollte daher während der Schwangerschaft verzichtet werden.

 

Nährwerte von Fetakäse

Echter Feta ist eine Delikatesse. Ein Blick auf die Nährwerte lässt selbst das Herz von Fitness-Begeisterten und Anhängern der Low-Carb-Ernährung höherschlagen. Zwar enthält Feta natürlich Fett, mindestens 45 % Fett i.Tr. (das entspricht jedoch nur etwa 21 % Fett absolut), die verwendete Schafmilch ist aber besonders reich an Nährstoffen und schlägt Kuhmilch um Längen. So liefert Schafmilch größere Mengen Eiweiß und ist eine hervorragende Quelle für die Mineralstoffe Calcium, Kalium und Phosphor sowie Vitamin B12.

Was passt zu Feta? Inspirationen für die Küche

Zweifel an der Herkunft als Göttergeschenk sind berechtigt, eine perfekte Zutat für Küchengötter ist Fetakäse aber allemal. Ob warm oder kalt, pur oder paniert, herzhaft oder süß – Feta ist ein wahrer kulinarischer Tausendsassa und vor allem aus mediterranen Gerichten nicht wegzudenken.

Der Klassiker schlechthin ist der griechische Salat, auch Bauernsalat, in dem der säuerlich-würzige Feta auf frische Gurken, Paprika, Zwiebeln, Tomaten und Oliven trifft. Passende Begleiter hierzu sind außerdem aromatisches Olivenöl und frischgebackenes Brot.

Süß angemacht in einer Honig-Sesam-Kruste passt Feta auch hervorragend zu Feldsalat oder Spinat. Fetakäse ist außerdem sehr beliebt zum Überbacken von Pizza, Lasagne und Aufläufen. Auch Ofengemüse verleiht er eine fein-würzige Note.  

Mit frischem Knoblauch, Kräutern oder Chili, cremig gerührt mit Frischkäse oder Schmand, harmoniert Feta auch toll als Dip zu geröstetem Brot, knackigem Gemüse oder Fleisch.

Gute Freunde: Auberginen und Feta
Andere Länder, andere Sitten – Hirtenkäse & mehr

Weißkäse in Salzlake, der aus anderen Ländern stammt, darf nicht als „Feta“ bezeichnet werden. Die Hersteller greifen alternativ gern auf Namen wie griechischer Käse oder Balkankäse zurück, häufig in Kombination mit griechisch anmutenden Verpackungen.

Hierzulande ist Hirtenkäse verbreitet. Diese Abwandlung des Fetakäses besteht in der Regel aus der günstigeren Kuhmilch oder aus Milchmischungen und unterscheiden sich vom Feta in Konsistenz, Geruch und Geschmack. Je höher der Anteil an Kuhmilch, desto milder schmeckt der Weißkäse.