

Vielleicht haben Sie schon einmal in Frankreich gefrühstückt und dabei festgestellt: Was in Deutschland eher verpönt ist, macht in Frankreich jede und jeder – auch ich. Sogar ehemalige Präsidenten tun es in aller Öffentlichkeit:
Das Frühstücksbrot in das Getränk tunken.
Die Tasse zu diesem Zweck ist in den Augen vieler meiner deutschen Freunde überdimensioniert und könnte auch als kleine Salatschüssel dienen. Aber nein, es ist le bol, in das wir je nach Angebot ein Stück getoastetes Baguette, ein Croissant oder eine Brioche tauchen. Je nach Gusto ist das Baguette mit etwas Butter bestrichen, vielleicht noch mit Honig, Marmelade oder einem Schokoaufstrich.
Das Frühstück selbst heißt petit déjeuner, also kleines Mittagessen. Und wer in Frankreich das Mittagessen kennt, staunt über den Widerspruch. Denn das Frühstück in Frankreich ist eher eine Nebensache und vite fait – eine schnelle Sache. Ganz anders als in Deutschland. Meinen französischen Freunden, die mich hier in Deutschland besuchen, verschlägt es wiederum die Sprache beim Anblick des umfangreichen Angebotes hier: Ich überrasche sie gerne mit einem typisch deutschen Frühstück – mit Backwaren verschiedenster Farben und Formen, dazu süße und herzhafte Aufstriche, Wurst oder Käse, Eier, Müsli, noch etwas Obst, in jedem Fall Orangensaft.
Hmm... Auch wenn ich meine Brioche und meinen Café au lait zum Frühstück liebe – ich muss sagen, ein knuspriges Brötchen mit leckerem Käse ist ebenfalls délicieux und eine perfekte Kombination aus französischem und deutschem Frühstück!