

Mes amis, als Pierre und ich uns kennenlernten, aß ich gerade eine Soupe à l´oignon in der Rue Mouffetard in Paris. Er setzte sich mir vis à vis und erzählte mir alles über Zwiebelsuppe. Wussten Sie, dass sie angeblich in Paris erfunden wurde und während der französischen Revolution das Essen der Armen war?
Bekannt wurde die Zwiebelsuppe in den Pariser Markthallen Les Halles als beliebter Imbiss nicht nur für die Marktfrauen, sondern auch für Nachtschwärmer, die sich in den frühen Morgenstunden mit einer Soupe à l´oignon statt einem Kaffee stärkten. Ende der 1960er Jahre wurde der Großmarkt ausgelagert, die Zwiebelsuppe zählt aber auch heute noch zu den Klassikern der französischen Küche, vor allem in den Bistros.
Heute koche ich Pierre jedes Mal zu unserem Jahrestag meine spezielle Soupe à l´oignon. Dazu dünste ich dünne Ringe roter Zwiebeln und Lauch in Butter und Öl goldbraun, bestäube sie mit Mehl und lösche sie mit gutem, trockenem Weißwein ab. Superbe! Was für ein aromatischer Duft, wenn beides eine Zeit lang köchelt.
Schließlich gebe ich den Fond zu und lasse alles mit einem Lorbeerblatt und Thymian auf kleiner Flamme weiterkochen, bis die Zwiebeln weich sind und die Suppe schön sämig ist – mit Salz, Cayennepfeffer und Muskat abgeschmeckt, voilà! Anschließend verteile ich die Suppe in Suppentassen, lege geröstete Baguettescheiben darauf und dicke Scheiben würzigen Chaumes. Und dann ab in den Backofen oder unter den Grill, bis der Käse geschmolzen und goldgelb ist. Aber beim Herausnehmen attention! Très chaud!
Die traditionelle Zwiebelsuppe wird eigentlich mit hellen Zwiebeln zubereitet. Dieses Rezept mit roten Zwiebeln ist meine ganz persönliche Liebeserklärung. An Soupe à l´oignon. Und an Pierre.