

Natürlich haben wir unser Nationalgericht selbst erfunden! Sagen die Schweizer. Natürlich haben das Fondue Savoyarde – in Frankreich für Käsefondue – wir erfunden. Sagen die französischen Savoyer. Denn das Fondue („fondre“ heißt „schmelzen“) kommt aus den Savoyer Alpen, Europas höchstgelegener Region mit dem Mont Blanc. Dort kreierten die abgelegen lebenden Sennen Fondue aus dem wenigen, was sie hatten: Käse und Brot.
Die klassische Variante des Fondue Savoyarde besteht zu je einem Drittel aus Comté, Beaufort und Emmentaler Käse.
Aber weil ich es liebe, Klassiker neu zu interpretieren, habe ich den Beaufort durch Fol Epi ersetzt – sein herrlich nussiger und milder Geschmack gibt dem Fondue eine neue, raffinierte Note. Meine regelmäßigen Fondueabende werden so zu etwas ganz Besonderem.
Zum Fondue gehört natürlich Weißwein: Derselbe Wein, in dem der Käse langsam erwärmt und geschmolzen wird, wird auch zum Fondue gereicht. Etwa ein Côte du Rhône, wie der kräftige Viognier, dessen Anbaugebiet zwischen Avignon und Montèlimar liegt und der mit seinem fruchtigen Aprikosen-Pfirsich-Aroma besticht. Ich kann jedoch auch einen trockenen Silvaner empfehlen, der den Käse gut kontrastiert, und der leichter erhältlich ist.
Mein Tipp: Versammeln Sie an kalten Winterabenden Ihre Freunde um den réchaud (der Spirituskocher, der den Fonduetopf erhitzt).
Überraschen Sie sie: Tauchen Sie zusätzlich zu den Baguette- frische Birnenstückchen, die wunderbar mit dem nussigen Fol Epi harmonieren, in die caquelon (Fonduetopf). Damit das Fondue während des Essens schön sämig bleibt, beim Eintauchen mit Brot oder Birne immer in einer 8-Form rühren.
Traditionell genießt man dazu sauer eingelegtes Gemüse, wie Cornichons oder Silberzwiebeln.
Das Beste zum Schluss: Die croûte, die Kruste, die sich am Boden des Fonduetopfes bildet, ist die Seele des Fondues! Sie wird herausgekratzt und alle bekommen davon ein Stück als krönenden Abschluss.