

Das letzte Mal als ich zu Mamie, meiner Großmutter, nach Arles fuhr, nahm ich Martin und Anke mit. Natürlich führte einer unserer ersten Wege in den Supermarché.
O là là – der Unterschied zwischen einem deutschen und französischen Supermarkt könnte größer nicht sein. Das fanden jedenfalls Martin und Anke, die mit offenem Mund vor der Käsetheke standen und sich kaum über die ungeheure Auswahl in diesem ganz gewöhnlichen Supermarché beruhigen konnten. C’est normal ça – sagte ich. Wir Franzosen kennen sage und schreibe 1.000 Käsesorten, vom Kuh- oder Schafsmilchkäse über Blauschimmelkäse bis hin zu hunderten von Weich-, Rohmilch- und Hartkäsesorten.
Jede Gegend hat ihre Spezialitäten und es gibt eine reiche Tradition, die sich seit Entdeckung der Käseherstellung vor langer, langer Zeit ständig weiterentwickelt hat. Auch braucht ein französischer Haushalt eine gewisse Auswahl an Käse. Wir beschließen mit ihm unsere Mahlzeiten, wir kochen damit, wir kreieren damit... ach – wir lieben ihn. Dennoch konnte ich die beiden trösten: Längst haben auch die Deutschen ihre Leidenschaft für französischen Käse entdeckt. Ob guter Schafsmilchkäse wie Etorki oder etwas Feinwürziges wie Saint Albray – in den deutschen Käsetheken sind diese Delikatessen längst angekommen.